Wie die Luftaufnahme einer Walnussplantage zeigt, ist Layoutplanung keine Besonderheit der Bauwelt.
Die effiziente Nutzung von Raum – bei der es manchmal darum geht, runde Formen in quadratische Strukturen einzupassen – findet sich ebenso in der Landwirtschaft.
Im Bereich der Deckenventilatoren hatten wir im Juni 2022 einen technischen Artikel zu diesem Thema veröffentlicht, der im September 2024 aktualisiert wurde.
Seitdem haben sich unsere Rückmeldungen aus der Praxis erheblich erweitert, und mehrere öffentlich relevante Studien wurden veröffentlicht.
Heute stellen wir die aktuellsten bewährten Praktiken der Layoutplanung vor.
Inhaltsverzeichnis des Artikels :
- University of California, Berkeley: eine führende Wissensquelle
- B-Air, Brasse 1, Brise: Verbesserung der Praxis
- Die „Zelle“ oder wie man einen Raum in Teilvolumen unterteilt
- Die Einflusszone der Ventilatoren
- Höhe der Rotorblätter über dem Boden: welche Regeln?
- Abstand Rotorblätter–Decke: Einfluss auf die Luftgeschwindigkeit
- Luftgeschwindigkeit und Kühlwirkung
- Gerätedurchmesser: wie wählen?
- Der Zellabdeckungsfaktor (FCC)
- Der Zellformfaktor (FF): die Quadratur des Kreises lösen
- Berücksichtigung von Abständen
- Abdeckungsgrad der Nutzfläche: wie berechnen?
- Luftgeschwindigkeit nach RE2020-Berechnung: praktischer Nutzen
- Exhale-Deckenventilatoren: besondere Layoutregeln
- Unterstützung für Fachleute
- Layoutplanung von Deckenventilatoren: eine Lektion in Demut
- Glossar
- Zusammenfassung der Regeln
Die University of California, Berkeley: eine führende Wissensquelle
Mit einer Ausstattung von über 65 % der Haushalte mit Deckenventilatoren in den Vereinigten Staaten von Amerika[i] gegenüber nur etwa 5 % im französischen Festland[ii] und rund 30 % in den französischen Überseegebieten[iii] verfügt die Nation der 50 Bundesstaaten über einen deutlichen Vorsprung.
So veröffentlichte das Center for the Built Environment in Berkeley bereits 2020 einen Design Guide für Deckenventilatoren[iv], der bei Fachleuten sehr geschätzt wird.
Dieser liefert bzw. erinnert an eine Reihe wichtiger Informationen und Konzepte:
- Das Konzept der „Zellen“
- Zellabdeckungsfaktor (FCC)
- Zellformfaktor (FF)
- Abstände zwischen Rotorblättern und Wänden
- Stroboskopeffekt bei Lichtquellen
Das CBE hat zudem ein Tool zur Unterstützung der Layoutplanung veröffentlicht, das jedoch leider nicht funktionsfähig ist[v].
B-Air, Brasse 1, Brise: Verbesserung der Praxis
Angesichts der zunehmenden Verbreitung von Deckenventilatoren im gesamten Land haben verschiedene Akteure – mit Unterstützung öffentlicher Fördermittel – das Wissen im Bereich der Deckenventilatoren erweitert und präzisiert:
- B-AIR[6] im Rahmen von OMBREE, einem Programm, das durch das CEE-Förderinstrument finanziert wird, mit EDF SEI als verpflichtendem Finanzierer und unter der Trägerschaft der AQC (Agence Qualité Construction)
- Brise[7], ebenfalls im Rahmen von OMBREE, mit Unterstützung der ADEME und erneut unter der Leitung der AQC
- Brasse 1[8], ein Forschungsprogramm, das im Rahmen des Forschungsaufrufs „Bâtiments responsables 2020“ ausgezeichnet wurde und von der ADEME sowie dem Planungsbüro Surya Consultants finanziert wird
Brise hat ein Vor-Layout-Tool in Form einer Tabellenkalkulation entwickelt, das die Ergebnisse von B-AIR und Brasse 1 berücksichtigt und im Ressourcenbereich des Leitfadens verfügbar ist[9].
Abbildung 1: Visualisierung des Vor-Layout-Tools von Brise
Sein Ziel wird von den Entwicklern als Unterstützung in der Vorentwurfsphase beschrieben.
Der folgende Artikel soll Planern und Installateuren ermöglichen, einen Schritt weiter zu gehen und alle Schlüssel für eine erfolgreiche Layoutplanung an die Hand zu bekommen.
Die „Zelle“ – oder wie man einen Raum in Teilvolumen unterteilt
Die Frage der Zelle stellt sich immer dann, wenn ein Raum einer gewissen Größe zu planen ist, der mehr als einen Deckenventilator erfordert: etwa Großraumbüros, Klassenräume, große Wohnräume…
In diesem Fall wird das Volumen in verschiedene Zellen unterteilt, mit einer einfachen Regel: In jeder Zelle soll sich nur ein Ventilator befinden, und die Zelle soll möglichst vollständig durch diesen Ventilator abgedeckt werden.
Die Zelle ist nicht zwingend durch Wände materialisiert: Sie ist ein Planungswerkzeug.
Abbildung 2: Aufteilung eines Raumes in Zellen
Die Einflusszone der Deckenventilatoren
Je nach Ventilatortyp ergeben sich unterschiedliche Strömungsbilder.
Bei Deckenventilatoren mit Rotorblättern ähnelt die Einflusszone einem Kegel oder sogar einem Zylinder entlang der Vertikalachse der Rotorblätter. Der Bereich außerhalb der direkten Einflusszone wird als Rezirkulationszone bezeichnet.
Der Exhale-Deckenventilator unterscheidet sich durch eine gleichmäßigere Luftverteilung im Raum. Während ein Blattventilator typischerweise höhere Luftgeschwindigkeiten in bestimmten Zonen erzeugt, erzeugt Exhale einen stärker verteilten, sanfteren und weniger gerichteten Luftstrom.
Abbildung 3: Einflusszonen der Deckenventilatoren
Höhe der Rotorblätter über dem Boden: welche Regeln?
Die Dinge sind relativ klar: Um in der EU verkauft werden zu dürfen, muss in der Bedienungsanleitung eines Deckenventilators angegeben sein, dass der Abstand zwischen Boden und Rotorblättern mindestens 2,30 m betragen muss. Eine Nichtbeachtung dieser Anforderung kann den Planer oder Installateur im Falle eines Unfalls haftbar machen.
Ein Artikel in unserem Blog[10] ist diesem Thema vollständig gewidmet.
Nachdem dieser Punkt geklärt ist: Welcher maximale Abstand zwischen Ventilator und Boden ist sinnvoll?
Die französische und internationale Fachliteratur enthält hierzu keine konkreten Vorgaben. Unsere Praxiserfahrungen führen uns zu der Annahme, dass für eine sommerliche Komfortfunktion der Durchmesser des Ventilators größer als 1/3 der Raumhöhe sein sollte. So sollte ein Deckenventilator mit einem Durchmesser von 1,32 m nicht in Räumen mit einer Deckenhöhe von mehr als 3,96 m installiert werden, es sei denn, er wird mittels Verlängerungsstangen tiefer positioniert.
Nähe zwischen Rotorblättern und Decke: welchen Einfluss auf die Luftgeschwindigkeit?
Bei Deckenventilatoren mit Rotorblättern ist die Wirkung eines geringen Abstands zwischen Rotorblättern und Decke auf die erzeugte Luftgeschwindigkeit weiterhin Gegenstand der Diskussion. Allgemein wird angenommen, dass eine sehr deckennahe Montage die Luftgeschwindigkeit des Geräts reduzieren kann, das tatsächliche Ausmaß dieser Reduktion jedoch noch nicht vollständig geklärt ist.
In Räumen für leichte, sitzende Tätigkeiten wie Büros, Wohnräume, Klassenzimmer oder Pflegebereiche liegt die im Hinblick auf die Norm NF EN ISO 7730 angestrebte Luftgeschwindigkeit bei etwa 0,8 m/s.
Abbildung 4: Auszug aus der Norm NF EN ISO 7730
Messungen wurden in einem 11 m² großen Raum mit einer Deckenhöhe von 2,70 m durchgeführt, der mit einem Monoblock-Deckenventilator Samarat ausgestattet war. In dieser Konfiguration befinden sich die Rotorblätter 16 cm unterhalb der Decke. Die gemessene mittlere Luftgeschwindigkeit im gesamten Raum beträgt 0,91 m/s, unter dem Ventilator 1,22 m/s. Diese Ergebnisse erfüllen somit vollständig die in der Norm NF EN ISO 7730 angestrebten Komfortziele.
Ein weiterer Aspekt ist ebenfalls zu berücksichtigen. In den Vereinigten Staaten bewertet das Energy-Star-Label die Energieeffizienz elektrischer Geräte, darunter auch Deckenventilatoren.
Wir haben 53 als „bündig“ eingestufte Geräte erfasst, also solche mit einem Abstand zwischen Rotorblättern und Decke von höchstens 25 cm[11], bei einem Durchmesser von 1,32 m. Alle tragen die höchste Stufe des Labels, „Most Efficient“. Die Energieeffizienz wird dabei über das Verhältnis zwischen erzeugtem Luftvolumenstrom und Stromverbrauch berechnet.
Diese Elemente zeigen, dass bündig montierte Deckenventilatoren trotz der geringen Distanz ihrer Rotorblätter zur Decke durchaus ihren Platz im Spektrum der einsetzbaren Lösungen haben können, sofern ihre Leistungsfähigkeit nachgewiesen ist.
Luftgeschwindigkeit und Kühlwirkung
Der Kühlungseffekt (ER), abgeleitet aus den Arbeiten der ASHRAE[12], ermöglicht es, den Zugewinn an empfundener Temperatur in Abhängigkeit von der Luftgeschwindigkeit zu beschreiben.
Das untenstehende Diagramm, basierend auf den Arbeiten von Brasse 1, zeigt den Einfluss der Luftgeschwindigkeit bereits ab 0,2 m/s für eine Person mit durchschnittlicher Größe und Gewicht (1,74 m, 74 kg), die im Sitzen eine Sortiertätigkeit ausführt und sommerliche Kleidung trägt (typische Luftfeuchtigkeit 50 %):
Im Bericht Brasse 1 wurden die Ausgangsbedingungen im Vergleich zu diesem Diagramm leicht angepasst. Die betrachtete Temperatur wurde auf 28 °C festgelegt, bei 60 % relativer Luftfeuchtigkeit (statt 50 %). Die Tätigkeit wurde auf Dateneingabe geändert, die etwas weniger Energie erfordert als Sortierarbeiten.
Brasse 1 hat zudem eine Formel zur Beziehung zwischen Luftgeschwindigkeit und Kühlungseffekt[13] vorgeschlagen, die eine gute Annäherung an die ASHRAE-Formel ermöglicht:
ER = 1,53 ln (Luftgeschwindigkeit) + 3,444
Das untenstehende Diagramm zeigt das Ergebnis dieser Formel. Es zeigt, dass bei 28 °C der Zugewinn an empfundener Temperatur bei 0,8 m/s 3,1 °C beträgt.
| Luftgeschwindigkeit (m/s) | Geschätzter ER (°C) |
|---|---|
| 0,2 | 1,0 |
| 0,3 | 1,6 |
| 0,4 | 2,0 |
| 0,5 | 2,4 |
| 0,6 | 2,7 |
| 0,7 | 2,9 |
| 0,8 | 3,1 |
| 0,9 | 3,3 |
| 1 | 3,4 |
Die spezifischen Luftgeschwindigkeiten der verschiedenen Geräte finden Sie im Espace Pro der Website (Werkzeuge für Planungsbüros nach Produkt / Produktauswahl / Messungen der Luftgeschwindigkeit).
Durchmesser der Geräte: Wie wählt man ihn aus?
Heute betrifft der Großteil des Angebots Geräte mit einem Durchmesser von Ø 1,32 m, wobei es zahlreiche weitere Größen gibt.
Für Räume unter 10 m² sind in der Regel kleinere Geräte besser geeignet; für Räume mit einer Fläche über 15 m² können größere Deckenventilatoren (z. B. Ø 1,52 m) häufig besser von den zu bewegenden Luftvolumina profitieren.
Zur Erinnerung: Das Angebot an Geräten mit Durchmessern deutlich über Ø 1,52 m ist eher begrenzt.
Für größere Standardräume (Büros, Wohnräume, Klassenzimmer) mit einer Deckenhöhe unter 3,50 m konzentriert sich das Angebot im Wesentlichen auf die Größen Ø 1,32 m und Ø 1,52 m.
Deckenventilatoren mit Ø 1,52 m haben sowohl Vorteile als auch Nachteile:
- Sie erzeugen die gleiche Luftgeschwindigkeit wie Geräte mit Ø 1,32 m, drehen sich jedoch langsamer. Dies führt in der Regel zu einem leiseren Betrieb und einem geringeren Energieverbrauch.
- Sie sind in Räumen mit geringer Deckenhöhe nur selten gut einsetzbar.
- Eine präzise Feinplanung ist nicht immer einfach, und es können Bereiche mit geringerer Abdeckung verbleiben.
Der Zellenabdeckungsfaktor (FCC)
Dieses Konzept basiert auf einem einfachen Prinzip: Der Durchmesser des Deckenventilators wird durch die Quadratwurzel der Zellfläche geteilt.
FCC = Durchmesser des Ventilators / Quadratwurzel der Zellfläche
So ergibt sich für eine Zelle mit 4 Metern Länge und 3 Metern Breite, bei einem Deckenventilator mit Ø 1,32 m:
Hier ist besondere Aufmerksamkeit erforderlich. Tatsächlich berücksichtigen sowohl der Leitfaden für die Planung aus Berkeley als auch die veröffentlichten französischen Studien, dass der FCC-Wert zwischen 20 und 40 % liegen sollte.
Unsere Praxiserfahrungen sowie diejenigen der AFPVP (Französischer Fachverband für Deckenventilatoren) kommen jedoch übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass für gute Ergebnisse im sommerlichen Komfort ein FCC im Bereich von etwa 35 bis 40 % anzustreben ist.
Dies ist kein absoluter Grenzwert. Ein Projekt mit 34 oder 41 % kann selbstverständlich ebenfalls zufriedenstellende Ergebnisse liefern. Der Bereich von 35 bis 40 % stellt jedoch einen robusten Praxisrahmen dar, um Effizienz der Luftverteilung, Nutzerkomfort und eine sinnvolle Anzahl installierter Geräte in Einklang zu bringen.
Für einen Deckenventilator mit 1,32 m Durchmesser ergeben sich folgende theoretische Abdeckungsflächen:
- Allgemeine Formel: Fläche = (Durchmesser / FCC)²
- Für einen FCC von 35 %: Fläche = (1,32 / 0,35)² = 14,2 m²
- Für einen FCC von 40 %: Fläche = (1,32 / 0,40)² = 10,9 m²
Man erkennt also, dass die Wahl des FCC eine planerische Ausrichtung widerspiegelt.
Mit einem FCC von 40 % ist die versorgte Zelle kleiner und kompakter: Man bevorzugt eine Konfiguration mit verstärktem Komfort, höherer Luftgeschwindigkeit und homogenerer Wahrnehmung.
Mit einem FCC von 35 % ist die versorgte Zelle größer: Man entscheidet sich für eine Konfiguration der optimierten Effizienz, die die Anzahl der Geräte reduziert und gleichzeitig ein relevantes Niveau an sommerlicher Luftbewegung beibehält.
Die obige Darstellung zeigt, dass bei einem FCC von 20 % ein Deckenventilator mit 1,32 m Durchmesser eine Zelle von 43,5 m² abdecken würde, was für den sommerlichen Komfort ungeeignet ist. Ein FCC von 40 % erscheint deutlich besser geeignet.
Der Zellformfaktor (FF): die Quadratur des Kreises lösen
Bei der Betrachtung der Abdeckungszone von Zellen wird deutlich, dass die Einflusszone von Deckenventilatoren, insbesondere bei Geräten mit Rotorblättern, eine kreisförmige Geometrie aufweist.
Demgegenüber führt die Aufteilung üblicher Räume, die alle rechteckig sind, zwangsläufig zur Bildung von Zellen, die ebenfalls rechteckig oder bestenfalls quadratisch sind.
Hier kommt der Formfaktor ins Spiel, der dem Verhältnis von Länge zu Breite entspricht:
FF = Länge der Zelle / Breite der Zelle
Je nach Raumkonfiguration entstehen sehr unterschiedliche Zellformen.
Im folgenden Beispiel misst der Raum 8 m × 6 m:
- Die oberen Zellen haben einen Formfaktor von 1,1 [3 m / 1/3 (8 m)]
- Die unteren Zellen haben einen Formfaktor von 1,3 [4 m / 3 m]
Ein FF nahe 1 entspricht einer quadratischen Zelle. Je größer der FF wird, desto stärker verlängert sich die Zelle, und desto ungünstiger wird die Abdeckung durch eine kreisförmige Einflusszone.
In der Praxis können bestimmte Anordnungen dennoch sinnvoll sein, auch wenn sie sich weiter von einem Formfaktor von 1 entfernen.
So kann im untenstehenden Beispiel eines Klassenzimmers die Installation in bestimmten Fällen als sinnvoll validiert werden (die Tafel befindet sich rechts), wobei die Lehrkraft sich unter dem Ventilator befindet.
Berücksichtigung von Abständen
Bei Fragen zu Abständen müssen zwei Konzepte berücksichtigt werden:
- Die Rotationsachse des Deckenventilators wird als Referenz in der Installationsplanung verwendet. Sie beantwortet die Frage: „Wo wird das Gerät platziert?“
- Die Blattspitzen werden eher in einer strömungstechnischen Betrachtung herangezogen, um die Einflusszonen und Hindernisse korrekt zu berücksichtigen.
Abstand zwischen Rotorblättern und Wand
Die Arbeiten des Programms Brasse 1 empfehlen für Geräte mit Rotorblättern einen Mindestabstand von 1 Durchmesser (1D) zwischen der Rotationsachse des Ventilators und der Wand.
Dies entspricht einem Mindestabstand von 0,5 D zwischen den Blattspitzen und der Wand.
In der Praxis entspricht dies bei Ø 1,32 m einem Mindestabstand von mehr als 0,66 m.
Was bedeutet dieser Abstand zwischen Blattspitze und Wand konkret in einem Referenzfall? Hier betrachten wir einen Raum, für den ein FCC von 40 % eingehalten wird, mit einem Deckenventilator von Ø 1,32 m und einem idealen Formfaktor von 1.
In dieser Konfiguration ergibt sich bei zentraler Positionierung des Ventilators ein Abstand von 0,99 m zwischen Blattspitze und Wand, was einem Abstand von 0,75 D zwischen Blattspitze und Wand sowie 1,25 D zwischen Rotationsachse und Wand entspricht.
Diese Logik lässt sich selbstverständlich auf andere Ventilatordurchmesser übertragen.
Damit erscheint die im Programm Brasse definierte Grenze als untere Grenzbedingung.
In Konfigurationen, in denen es möglich ist, ist ein Abstand von 0,75 D zwischen Blattspitze und Wand häufig vorzuziehen, jedoch bleibt stets der konkrete Kontext des Projekts entscheidend. Beispielsweise muss in einem Klassenzimmer, in dem die Tische direkt an den Seitenwänden stehen, sichergestellt werden, dass auch die entlang der Wände sitzenden Personen vom Luftstrom profitieren.
Abstand zwischen Deckenventilatoren
Der gleiche Bericht Brasse 1 gibt an, dass der Abstand zwischen den Rotationsachsen der Ventilatoren 2,5 D betragen sollte.
Dies entspricht einem Abstand von 1,5 D zwischen den Blattspitzen auf derselben Grundlage.
Unter Berücksichtigung der oben dargestellten FCC-40%-Logik entspricht ein Abstand von 1,98 m zwischen zwei Deckenventilatoren mit Ø 1,32 m exakt 1,5 Blattdurchmessern.
Vor dem Hintergrund der vorherigen Hinweise erscheint dieser Abstand von 1,5 D zwischen den Blattspitzen als ein akzeptabler Wert, wenn eine gute Leistung und eine zufriedenstellende Homogenität der Luftgeschwindigkeiten angestrebt wird.
Leuchten: Vermeidung des Stroboskopeffekts
Der Stroboskopeffekt entsteht, wenn die Rotorblätter periodisch einen Lichtstrahl unterbrechen. Dies kann zu erheblichem visuellen Unbehagen führen. Daher ist darauf zu achten, dass die Blätter ausreichend Abstand zu den Lichtstrahlen haben, auch wenn sich die Rotorblätter darunter befinden.
Auch in der Planungsphase müssen die Deckenventilatoren im Einklang mit dem Beleuchtungsplan positioniert werden und nicht nur mit den Wänden oder der Geometrie des Raums.
Deckenprojektoren: Welche Abstände sind einzuhalten?
Bei diesen Geräten sind zwei Punkte zu berücksichtigen:
- die physische Kollision zwischen Rotorblättern und Projektor;
- die Unterbrechung des Lichtstrahls durch die Rotorblätter.
Für den Abstand zwischen Rotorblättern und Projektor empfehlen wir:
- eine Standard-Deckenrastergröße von 60 cm × 60 cm zwischen den Blattspitzen und dem Projektor;
- dass sich die Blattspitzen mindestens in einem Abstand von ¼ D zum Lichtkegel befinden, der als Gesamtwinkel von 37° betrachtet wird, also 18,5° auf beiden Seiten der optischen Achse.
Abdeckungsgrad der Nutzfläche: Wie wird er berechnet?
Der Abdeckungsgrad der Nutzfläche beschreibt den Anteil der Nutzfläche, der von der Luftbewegung des Deckenventilators profitiert. Er wird auf Basis eines Referenz-Zellenabdeckungsfaktors (FCC) von 40 % berechnet.
Die Nutzfläche entspricht der Raumgröße, abzüglich der Freihalteflächen (Bereiche, die nicht durchmischt werden sollen).
Für einen Deckenventilator mit Rotorblättern ergibt sich die theoretische abgedeckte Fläche pro Gerät wie folgt: (Durchmesser / 0,40)²
Der angezeigte Wert entspricht anschließend:
(theoretische abgedeckte Fläche pro Gerät × Anzahl der Geräte) / (Nutzfläche).
Er ermöglicht einen schnellen Vergleich des Abdeckungsniveaus einer Anordnung im Verhältnis zur tatsächlich zu behandelnden Fläche.
Wenn man also 4 Ventilatoren mit Ø 1,32 m in einem Raum von 8,00 m × 7,00 m (Nutzfläche 56 m²) installiert, ergeben sich folgende Werte:
Theoretische Fläche pro Gerät = (1,32 / 0,40)² = 3,30² = 10,89 m²
Für 4 Ventilatoren: 10,89 × 4 = 43,56 m²
Bei einer Nutzfläche von 56,00 m²: 43,56 / 56,00 × 100 = 77,8 %
Zur Erinnerung: Ein guter Abdeckungsgrad garantiert allein noch keinen guten Entwurf. Er muss immer mit dem Formfaktor, den Abständen zu Wänden, den Hindernissen und der tatsächlichen Nutzung abgeglichen werden.
Bestimmung der Luftgeschwindigkeit nach der RE2020-Berechnungsformel: welcher operative Nutzen?
Die RE2020 ermöglicht die Berechnung einer theoretischen Luftgeschwindigkeit anhand der folgenden Formel:
Luftgeschwindigkeit = 0,0032 × (Gesamt-Luftvolumenstrom in m³/h) / (Volumen in m³)
Die nach RE2020 berechnete Luftgeschwindigkeit ist ein konventioneller Indikator. Sie ermöglicht den Vergleich verschiedener Konfigurationen im regulatorischen Rahmen, ohne jedoch einer Messung vor Ort zu entsprechen.
Ihr operativer Nutzen ist daher zweifach: die Größenordnung einer Lösung zu überprüfen und verschiedene Varianten der Anordnung (Calepinage) zu vergleichen, ohne eine detailliertere Komfortanalyse zu ersetzen.
Exhale-Deckenventilatoren: welche Besonderheiten bei der Anordnung?
Alle oben beschriebenen Elemente der Anordnung gelten für Deckenventilatoren mit Rotorblättern.
Die Exhale-Geräte verhalten sich jedoch nicht wie klassische Ventilatoren mit Rotorblättern. Ihr Hauptvorteil liegt in einer stärker verteilten Luftgeschwindigkeit mit weniger gerichteter Strömung. Im Gegenzug bleibt ihre Wirkung in der Regel geringer, wenn das vorrangige Ziel darin besteht, hohe Luftgeschwindigkeiten im Aufenthaltsbereich zu erreichen.
Daher erfordern Exhale-Geräte aufgrund ihrer Funktionsweise sowie ihres Durchmessers Anpassungen, die aus unserer praktischen Erfahrung seit 1996 resultieren.
- Empfohlener Abstand zwischen Scheibe und Wand: 1D
- Empfohlener Abstand zwischen Scheibe und Scheibe: 2D
Der Zellenabdeckungsfaktor wird berechnet, indem der Gerätedurchmesser mit einem Multiplikationsfaktor von 1,5 angesetzt wird.
Dieser Faktor 1,5 entspricht einer aus der Praxiserfahrung abgeleiteten Regel für die Anordnung und stellt keine physische Vergrößerung des Durchmessers dar.
Es sei daran erinnert, dass dieser Koeffizient ausschließlich für die Anordnung gilt und nicht für die Berechnung der Luftgeschwindigkeit innerhalb einer Zelle oder eines Raums.
Für den Abdeckungsgrad der Nutzfläche wird bei Exhale entsprechend ein äquivalenter Durchmesser verwendet, um die theoretisch abgedeckte Fläche pro Gerät zu berechnen: ((Durchmesser × 1,5) / 0,40)².
Alle weiteren Berechnungen sind für Exhale-Geräte identisch mit denen für Ventilatoren mit Rotorblättern.
Unterstützung für Fachleute
Unsere Organisation hat Calepinator entwickelt, ein internes Tool, das es ermöglicht, Fachleuten einen ersten Installationsplan zur Verfügung zu stellen.
Ausgehend von einem bemaßten Grundriss, der Raumhöhe, der Raumart und den bekannten Randbedingungen ermöglicht Calepinator eine erste Planung: Anzahl der Geräte, Positionierung, Abdeckungsgrad, Hauptabstände sowie wichtige Punkte, die besondere Aufmerksamkeit erfordern.
Dieser erste Installationsplan muss anschließend mit den realen Bedingungen vor Ort abgeglichen werden: Beleuchtung, Träger, Projektoren, technische Installationen, elektrische Einschränkungen und tatsächlich genutzte Zonen.
Sie können unser Team kontaktieren, um diesen Service in Anspruch zu nehmen. Eine abgespeckte Version des Tools soll im Laufe des Jahres 2026 im Pro-Bereich verfügbar sein.
Planung von Deckenventilatoren: eine Lektion in Demut
Historischer Bezug: die Integration von Deckenventilatoren in die RE2020.
Alle Akteure der Auslegung sollten dankbar sein. Er ist die Person, die Deckenventilatoren in die RE2020 eingeführt hat und damit eine offizielle Anerkennung eines Produkts ermöglichte, das sich in den französischen Überseegebieten bereits umfassend bewährt hatte.
Die Aufwertung von Deckenventilatoren im regulatorischen Rahmen hat diese Produkte, die noch vor kurzem ein Nischenprodukt waren, zu einer weit verbreiteten Ausstattung gemacht, die heute zunehmend auch in der breiten Öffentlichkeit Anklang findet.
In den letzten Jahren hat sich das Wissen über Deckenventilatoren stark weiterentwickelt, und dieses Wissen wird kontinuierlich verbessert.
Der in diesem Artikel beschriebene Stand der Technik zeigt seine Relevanz, da unsere früheren Veröffentlichungen zu diesem Thema weiterentwickelt wurden, ohne jedoch in ihren grundlegenden Prinzipien wesentlich verändert zu werden.
Die Planung von Deckenventilatoren ist kein mechanischer Vorgang. Allgemeine Regeln sind unerlässlich, müssen jedoch stets an die Geometrie des Raums, die Nutzungen, das Mobiliar, die Deckenkonstruktion, die Beleuchtung und die spezifischen Eigenschaften der Geräte angepasst werden.
Zu diesem Zweck stehen wir Ihnen weiterhin zur Verfügung, um Sie zu informieren.
Glossar
| Begriff | Definition |
|---|---|
| Zelle | Teilbereich, der einem Ventilator zugeordnet ist |
| D | Durchmesser des Ventilators |
| FCC | Verhältnis zwischen Durchmesser und Quadratwurzel der Zellfläche |
| FF | Verhältnis von Länge zu Breite der Zelle |
| Nutzfläche | Tatsächlich zu behandelnde Fläche |
| Freifläche | Bereich, der nicht belüftet werden muss |
| Abdeckungsgrad der Nutzfläche | Verhältnis zwischen der theoretisch abgedeckten Fläche (mit einem FCC von 40 %) und der Nutzfläche |
| Abkühlungseffekt | Wahrgenommene Temperaturreduktion |
Zusammenfassung der Regeln
| Thema | Praxisregel | |
|---|---|---|
| Deckenventilator | Höhe Ventilator–Boden | Mindestens 2,30 m |
| Ziel-FCC | 35 bis 40 % für sommerlichen Komfort | |
| Abstand Achse–Wand | Mindestens 1 D | |
| Abstand Flügel–Wand | Mindestens 0,5 D, ideal 0,75 D wenn möglich | |
| Abstand Achse–Achse zwischen Ventilatoren | 2,5 D | |
| Abstand Kante–Kante | 1,5 D | |
| Exhale | Abstand Scheibe–Wand | 1 D |
| Abstand Scheibe–Scheibe | 2 D | |
| Exhale äquivalenter Durchmesser | D × 1,5 für die Auslegung | |
| Hindernisse | Leuchten | Kein Durchgang der Flügel durch den Lichtkegel (Vermeidung von Stroboskopeffekt) |
| Projektor – Abstand zum Gerät | Mindestens ein Rasterfeld 60 × 60 cm zwischen Flügelenden und Projektor | |
| Projektor – Abstand zum Lichtkegel | Flügelenden mindestens ¼ D vom Projektionskegel entfernt halten (typisch 18,5° pro Seite) |
https://www.afpvp.fr/wp-content/uploads/2024/09/VIP13_Ceiling_fans.fr-march-USA-2001.pdf
[ii] Siehe die Studie von Pouget Consultants auf Basis der DPE-Datenbank:
https://ignes.fr/storage/2026/06/Analyse-de-la-base-de-donnees-DPE-au-regard-du-confort-dete-passif-2eme-edition-%E2%80%93-2026.pdf
[iii] Es handelt sich um belastbare, jedoch noch unveröffentlichte Schätzungen
[iv] Zum Berkeley-Leitfaden:
https://escholarship.org/content/qt6s44510d/qt6s44510d.pdf?v=lg
[v] Das Tool kann hier eingesehen werden:
[6] Weitere Details:
[7] Zugriff auf den Leitfaden Brise:
[8] Brasse 1 ist in der ADEME-Bibliothek verfügbar:
https://librairie.ademe.fr/energies/6791-brasse.html#product-features
[9] Das Vorplanungs-Tool kann hier heruntergeladen werden:
[10] Siehe unseren Artikel zu den Regeln der Flügelhöhe:
[11] In Frankreich ist der Begriff „bündig“ nicht absolut definiert wie in den USA, sondern über ein Verhältnis zwischen Deckenabstand der Rotationsachse und Durchmesser.
[12] American Society of Heating, Refrigerating and Air-Conditioning Engineers (ASHRAE)
[13] Zu finden in Kapitel 3.2 des Berichts Brasse 1.
